Eigenes Gemüse anbauen ohne Garten

Insgeheim träume ich, spätestens seit ich die wunderschöne Doku „Tomorrow“ gesehen habe, von einem eigenen Permakulturgarten. Mit der Ernte könnte ich dann einen Großteil meines Lebensmittelbedarfs bestreiten, mich im Sommer über das viele Grün freuen und nebenbei der Umwelt etwas Gutes tun… Bis es soweit ist, behelfe ich mir mit dem kleinen Fleck Hinterhof, wo ich seit letztem Sommer zumindest Paprika, Chili und Kräuter anbaue. Und wie ich das angestellt habe, verrate ich in diesem Beitrag!

Eigenes Gemüse anbauen

Töpfe & Co

Wenn man kein Beet hat, das man bepflanzen kann, liegt es natürlich nahe, einfach Töpfe zu verwenden. Das habe ich auch getan und bei uns im Keller ein paar alte Exemplare gefunden, die sich für solche Zwecke noch zu eignen schienen. Außerdem habe ich von einem Nachbarn einen größeren Tontopf bekommen und ein Blick in die GiveBox lohnt sich sicherlich auch, wenn man keine Töpfe besitzt.

Alternativ kann man auf dem Markt oder im Bioladen auch nach den Kisten fragen, in denen Pilze angeliefert werden, und diese mit einer Bioplastiktüte, in die man vorher winzige Löcher schneidet, auskleiden, damit nicht gleich die ganze Erde wieder heraus rieselt – womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären…

Eigenes Gemüse anbauen ohne Garten

Erde

Für meine ersten Versuche habe ich einfach den Rest Blumenerde, den ich ebenfalls im Keller gefunden habe, verwendet, was tatsächlich funktioniert hat. Für diesen Sommer habe ich mir aber einen „Kokoblock“ von Gepa zugelegt (diesen bekommt man in vielen Weltläden). Das ist ein handlicher Block aus Kokosfasern, der durch das Hinzufügen von Wasser auf das sieben- bis achtfache seines Volumens anwächst und schließlich etwa neun Liter gebrauchsfertige Erde ergibt.

Das hat gleich drei Vorteile: Kokosfasern sind nämlich ein Abfallprodukt bei der Herstellung von Seilen und Teppichen. Der Kokoblock ist laut Gepa folglich eine gute Alternative zum ökologisch bedenklichen Torfabbau. Da der Block sehr kompakt ist, kann man ihn außerdem – anders als einen 10L-Sack Erde – auch leicht im Rucksack oder Jutebeutel transportieren. Und so fällt auch weniger Plastikmüll an, da die zu verpackende Fläche kleiner ist.

Eigenes Gemüse anbauen ohne Garten

Saatgut & Pflanzen

Bio-Saatgut in Papier-Tütchen bekommt man in vielen Bioläden und -Supermärkten, aber auch auf dem Markt, im Unverpacktladen oder sogar bei dm kann man mit etwas Glück fündig werden. Tipps für das Ziehen von Gemüse und Kräutern finden sich da praktischerweise meistens direkt auf der Verpackung, und wenn man sich einigermaßen daran hält, kann eigentlich nicht viel schief gehen.

Meine Chili- und meine Paprikapflanze habe ich aber aus dem botanischen Garten hier in Münster. Dort werden manchmal überschüssige Pflanzen verkauft; diese stehen dann auf einem Tisch zwischen den Gewächshäusern. Alternativ kann man auch versuchen, Setzlinge selbst zu ziehen, indem man zum Beispiel eine Tomate in Scheiben schneidet und einfach einpflanzt – zumindest auf der Fensterbank hat das bei uns schon mal geklappt! In beiden Fällen kann eine kurze Suche im Internet schon Aufschluss darüber geben, ob die Pflanzen lieber in der Sonne oder im Halbschatten stehen, wie viel Wasser sie benötigen und mit welchen anderen Sorten sie sich vertragen, falls man plant, mehrere Pflanzen in einen Topf zu setzen.

Eigenes Gemüse anbauen ohne Garten

Dünger

Zu viel Dünger schadet der Umwelt, das hat auch das Umweltbundesamt bestätigt. Ich habe mich deshalb dafür entschieden, dieses Jahr einfach gar kein Düngemittel zu verwenden, da die Kokosfasern im Kokoblock ohnehin für eine ausgeglichene Düngung der Pflanzen sorgen sollen, indem sie Feuchtigkeit und Nährstoffe wie winzige Schwämme speichern.

Im vergangenen Jahr habe ich übrigens auf Kaffee gesetzt, denn Kaffeesatz ist laut Smarticular ein hervorragender Dünger für viele Pflanzen, der auch Schnecken und Ameisen fernhalten soll… Eine ähnliche Wirkung sollen auch alte Teeblätter haben.

Eigenes Gemüse anbauen ohne Garten

Ernten konnte ich neben einer Paprikaschote und einer Hand voll Chilis letzten Sommer wie gesagt auch schon einige Kräuter, die ich zu Kräuterquark und Taboulé weiterverarbeitet habe… Aber auch wenn so ein „Mini-Garten“ nicht besonders ertragreich ist, ist es doch faszinierend, den Pflanzen beim Wachsen zuzuschauen und das Gärtnern hat irgendwie auch eine beruhigende, im wahrsten Sinne des Wortes „erdende“ Wirkung… Deshalb kann ich nur jede*n ermutigen, es einfach mal auszuprobieren – und wer schon mehr Erfahrung im Anbau von Gemüse hat, darf mir natürlich gerne noch ein paar Tipps dalassen!

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Ein Gedanke zu “Eigenes Gemüse anbauen ohne Garten

  1. winterloewe schreibt:

    Hi (:
    Tatsächlich habe ich für genau dieses Jahr auch vor, endlich mal etwas selber anzupflanzen. Besonders Kräuter zum Kochen und auch Erdbeeren stehen auf der Wunschliste. Ich bin mal gespannt, wie gut das klappt. Der Tipp mit dem Kokos klingt gut, danke dafür und an Kaffeesatz komme ich auch gut dran, auch wenn ich selbst keinen trinke :D
    Liebe Grüße, Alina

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