Über dieses Projekt

Auf einem Smartphone ist die Homepage von tiny Green Footsteps geöffnet

Im Herbst 2017 entstand „Tiny Green Footsteps“: Ein Blog, der sich – zusammen mit mir als Person – seitdem stetig weiterentwickelt hat. Ging es zunächst hauptsächlich darum, wie ich meinen eigenen Ökologischen Fußabdruck verkleinern könnte, so geht es mir inzwischen mehr darum, zu hinterfragen – denn für mich steht eins fest: die Welt braucht 2022 nicht noch einen grünen Ratgeber-Blog.

Mir fehlte etwas, das den Bereich zwischen DIY-Tutorials und halbwissenschaftlichen Abhandlungen über die Machbarkeit der Energiewende abdeckt. Etwas, das Leser*innen anspricht, die sich selbst irgendwo zwischen „Ich arbeite in einem Fair Fashion Store und stelle nach Feierabend meinen eigenen WC-Reiniger her“ und „Ich werde Aussteiger*in und lebe fortan als selbsternannte Philosophin in einer bio-veganen Selbstversorger-Kommune am Stadtrand“ verorten. Also habe ich versucht, genau das zu erschaffen: Eine stetig wachsende Sammlung, die mal mehr, mal weniger praktikable Lösungen abseits des „grünen“ Konsums vorstellt, denn unser Kassenzettel ist in unserer Demokratie zum Glück nicht unser einziger Stimmzettel. Da ich inzwischen fest davon überzeugt bin, dass wir uns die Welt nicht grün konsumieren können, schauen wir hin und wieder gemeinsam hinter die Fassade von Unternehmen, die sich selbst einen grünen Anstrich verpassen. Doch wieso nur diesen Konzernen noch mehr Raum und Beachtung schenken, wenn man den Platz auch mit Ideen und Anstößen für ein wirklich nachhaltiges Leben füllen könnte?

Die Gestaltungsmöglichkeiten, die uns dabei offenstehen, sind viel zahlreicher als ich dachte. Die Welt ist tatsächlich voller Lösungen – und damit meine ich nicht Töpfern, Bubble-Kerzen aus Wachsresten gießen oder vegane Fetapasta.

Viele davon gilt es nun, aus ihrer angestaubten Ecke zu holen: Das Teilen (nein, ich verwende bewusst nicht #SharingEconomy), solidarische Landwirtschaft, das Arbeiten im Kollektiv und den Konsumstreik zum Beispiel – aber auch ein Umlenken unserer Aufmerksamkeit, Mittagsschläfchen oder das Ablehnen von Produktivität (definiert als Lohnarbeit, mit der wir uns bitteschön selbst zu verwirklichen haben).

Wir hinterfragen in den folgenden Monaten und Jahren gemeinsam unsere Idee von Arbeit, gehen dem Wert von Prokrastination nach und setzen uns vielleicht auch mit der Logik des Geldes auseinander. Wir dröseln gemeinsam auf, weshalb wir die Verantwortung nicht länger dem*der Einzelnen zuschieben sollten und wie ein „gutes Leben“ für uns alle aussehen könnte.

Klingt anstrengend? Muss es nicht sein: Statt theorielastigen Texten versuche ich, meine Gedanken in persönlichen Essays niederzuschreiben, Menschen zu interviewen, die etwas verändern, oder Bücher vorzustellen, die ich für lesenswert halte.

Damit möchte all jenen einen gedanklichen Anstoß liefern, die die Welt grüner machen, nicht grüner konsumieren wollen. Gemeinsam mit euch begebe ich mich ab sofort auf die Suche nach neuen und alten, in Vergessenheit geratenen Möglichkeiten der Weltrettung, die ich wie ein Mosaik zu einem neuen Bild von einer nachhaltigen Welt, wie sie sein könnte, zusammensetzen will.

 

Ich schreibe hier für mich – und für alle, die es lesen wollen!